Private IP-Bereiche: IPv4 und IPv6 erklärt
Private IPv4-Bereiche 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16 nachschlagen. Von CGNAT, Link-Local und lokalen IPv6-Adressen unterscheiden.
WAN-Adresse des Routers vergleichen
Für lokale Netze reservierte Adressen
RFC 1918 reserviert drei IPv4-Blöcke für private Netze. Jeder darf sie im Heimnetz, Büro oder Rechenzentrum verwenden. Dieselbe private Adresse existiert daher gleichzeitig in Millionen Netzen.
Da sie nicht eindeutig sind, werden private Adressen nicht im öffentlichen Internet geroutet. Der Router setzt sie vor dem Verlassen des Netzes auf seine öffentliche Adresse um. Deshalb zeigt IPNixa keine 192.168-Adresse als öffentliche IP.
| Bereich | CIDR-Block | Adressen | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 10.0.0.0 – 10.255.255.255 | 10.0.0.0/8 | 16.777.216 | Große Firmennetze, virtuelle Cloud-Netze, manche Heimrouter |
| 172.16.0.0 – 172.31.255.255 | 172.16.0.0/12 | 1.048.576 | Firmennetze; die Standard-Bridge von Docker nutzt 172.17.0.0/16 |
| 192.168.0.0 – 192.168.255.255 | 192.168.0.0/16 | 65.536 | Die meisten Router in Privathaushalten und kleinen Büros |
Weitere IPv4-Sonderbereiche
Weitere Blöcke sind für besondere Zwecke reserviert. Wer sie erkennt, kann Netzwerkeinstellungen und Fehlermeldungen leichter verstehen.
| Block | Zweck | Bedeutung |
|---|---|---|
| 127.0.0.0/8 | Loopback | 127.0.0.1 bedeutet immer „dieses Gerät“ |
| 169.254.0.0/16 | Link-Local (automatische lokale Adressierung) | Kommunikation im lokalen Link; oft bei fehlender DHCP-Konfiguration, aber auch absichtlich nutzbar |
| 100.64.0.0/10 | Gemeinsamer Adressraum (RFC 6598) | Hinweis auf geteilte Adressierung; Provider-CGNAT oder Overlay-Netz vor einer Schlussfolgerung prüfen |
| 192.0.2.0/24, 198.51.100.0/24, 203.0.113.0/24 | Dokumentation (RFC 5737) | Beispiele in Anleitungen, auch in der lokalen IPNixa-Demo |
| 224.0.0.0/4 | Multicast | Übertragung an mehrere Empfänger, etwa für Streaming und Diensterkennung |
Die IPv6-Gegenstücke
IPv6 nutzt Unique Local Addresses in fc00::/7, in der Praxis mit fd beginnend, für interne Netze. Jede IPv6-Schnittstelle hat außerdem eine mit fe80 beginnende Link-Local-Adresse für das lokale Segment. ::1 ist die IPv6-Loopback-Adresse.
Anders als bei den meisten IPv4-Heimnetzen erhalten IPv6-Geräte meist zusätzlich direkt global routbare Adressen. Privacy Extensions wechseln deren gerätespezifischen Teil. Die Router-Firewall entscheidet weiterhin über erlaubte eingehende Verbindungen.
- fd00::/8 aus fc00::/7: Unique Local Addresses für interne Netze.
- fe80::/10: Link-Local-Adressen an jeder IPv6-Schnittstelle.
- ::1: Loopback, das IPv6-Gegenstück zu 127.0.0.1.
- 2001:db8::/32: für Dokumentationsbeispiele reserviert.
Private Adressen erkennen
Die meisten IPv4-Adressen lassen sich anhand der ersten ein oder zwei Zahlen einordnen.
- Beginnt die Adresse mit 10, ist sie privat.
- Bei 172.x.x.x sind nur zweite Zahlen von 16 bis 31 privater RFC-1918-Raum. Außerhalb privater Blöcke zu liegen beweist weder Zuweisung noch globale Erreichbarkeit.
- Beginnt sie mit 192.168, ist sie privat.
- Bei 100 und einer zweiten Zahl von 64 bis 127 liegt sie im Carrier-Grade-NAT-Bereich.
- 169.254.x.x ist IPv4-Link-Local. War normaler Internetzugang erwartet, prüfe DHCP und den aktiven Adapter; der Bereich allein beweist keinen Routerfehler.
- Bei IPv6 sind fd… und fe80… lokal. Mit 2 oder 3 beginnende Adressen sind normalerweise global.
Warum das in der Praxis wichtig ist
Für den Zugriff von außerhalb auf ein Gerät zu Hause genügt eine private Adresse nicht. Dafür sind Portfreigabe, VPN oder ein Fernzugriffsdienst nötig. Innerhalb des Netzes ist die private Adresse richtig.
Vergleichsbeispiel: 172.20.4.5 ist privater RFC-1918-Raum; 172.32.4.5 liegt außerhalb; 100.70.1.2 ist geteilter Raum, nicht RFC 1918. Ordne erst den vollständigen Bereich ein. Eine nicht private Adresse kann weiterhin reserviert, gefiltert oder unerreichbar sein: Prüfe IANA-Register und tatsächlichen Routingkontext.
Einen Bereich fürs eigene Netzwerk wählen
Adresskonflikte entstehen, wenn zwei per VPN verbundene Netze denselben privaten Bereich verwenden. Ein seltenerer Block wie ein zufällig gewähltes 10.x.y.0/24 senkt das Risiko im Heimlabor.
- Bei häufigen VPN-Verbindungen zu anderen Netzen 192.168.0.0/24 und 192.168.1.0/24 vermeiden. Sie sind besonders verbreitete Standardbereiche.
- Auch im Testnetz keinen öffentlichen Adressraum anderer verwenden. Die echten Dienste des Inhabers wären dann nicht erreichbar.
- 100.64.0.0/10 den Anbietern und dafür ausgelegten Overlay-VPNs überlassen.
Häufige Fragen
Ist 192.168.1.1 meine IP-Adresse?
Meist ist das die lokale Routeradresse im eigenen Netz, nicht die öffentliche IP. Geräte haben benachbarte Adressen wie 192.168.1.10. Das Internet sieht die öffentliche Routeradresse.
Kann eine Website meine private IP sehen?
Eine normale HTTP-Anfrage zeigt die lokale private Adresse nicht als Quell-IP. WebRTC hängt von Browserregeln und Konfiguration ab; es kann Kandidaten zeigen oder lokale Adressen durch mDNS-Namen ersetzen. Deshalb werden HTTP und WebRTC getrennt bewertet.
Warum hat mein Gerät eine 169.254-Adresse?
Das ist eine IPv4-Link-Local-Adresse. Systeme wählen sie oft bei fehlender DHCP-Konfiguration, doch Link-Local-Kommunikation kann absichtlich sein. Prüfe bei Internetausfall aktiven Adapter, Verbindung und DHCP, bevor du Geräte neu startest.
Sind alle Adressen mit 172 am Anfang privat?
Nein. Nur 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 ist privat. Adressen wie 172.217.x.x oder 172.67.x.x gehören zum öffentlichen Adressraum.